Die Horde des Drachen
 
   


Die Wikinger - das mächtige Volk aus dem Norden

 

Wer waren die Wikinger?

 

Die Wikinger kamen ursprünglich aus dem Gebiet Dänemark, Norwegen und Schweden.

In manchen europäischen Ländern ließen sie sich friedlich nieder oder unterhielten Handelsbeziehungen, aber in weiten Teilen Europas verbreiteten sie Angst und Schrecken mit ihren grausamen Beutezügen. Sie plünderten sogar ganz Paris aus.

Im Jahre 845 boten die Franzosen dem Wikingerhäuptling Ragnar 3 Tonnen Silber an, damit er seine Mannen abzog und sie in Ruhe ließ.

Der Wikingerkrieger

Es ist übrigens ein Gerücht, dass die Wikinger Helme mit Hörnern trugen. Ihre Helme waren aus Metall oder Leder und hatten meist einen Augen und Nasenschutz. Sie trugen im Kampf eine Rüstung, Kettenhemd oder gepolsterte Jacke aus Leder und einen Holzschild.

Wikinger kämpften mit unterschiedlichen Waffen: Mit Streitäxten, Speeren, Pfeil und Bogen usw.

Am liebsten aber war ihnen das zweischneidige Schwert. Damit hackten sie auf die Arme und Beine ihrer Feinde ein.

Die kampfwütigsten Krieger nannte man Berserker. Sie rannten ohne Rüstung mit wildem Wolfsgeheul in die Schlacht und bissen manchmal vor Raserei in ihren Schild.

     

Die Wikinger auf hoher See

Wikinger waren ausgezeichnete Seeleute. Ihren Kurs bestimmten sie mit Hilfe der Sonne und der Sterne.

Mit ihren schnellen Langschiffen gingen sie auf Eroberungsfahrt. Der wikingertypische Drachenkopf am Bug, das Segel als Verkörperung der Drachenflügel und die Ruder als Drachenbeine ließen das Schiff schon von weitem sehr furchteinflößend wirken.

Die Wikinger waren als Räuber und grausame Eroberer bekannt. Oft waren sie aber auch nur auf Entdeckungsfahrten. Leif Erikson z.B. kam im Jahre 1000 sogar bis nach Nordamerika.

      

Wikinger trieben regen Handel

Die größte Wikingersiedlung war Haithabu (heutiges Schleswig) an einem Meerarm der Ostsee. Ein Palisadenwall schützte Stadt und Hafen vor Feinden.

Kaufleute kamen von weit her, um Bernstein, Pelze und Walrosse zu kaufen. Wikingerhändler waren ganz versessen auf Seide, Silber, Gewürze und anderen exotischen Luxus.

Bezahlt wurde bereits ab dem 10 Jhd. mit Münzgeld. Vorher wurden die Waren getauscht oder mit Silber bezahlt.

 

Die wohlhabendsten Kaufleute waren die Sklavenhändler. Sie verkauften die Kriegsgefangenen und osteuropäische Bauern, die die Wikinger in regelrechten Menschenraubzügen erbeutet hatten.

  

Schwedische Wikinger machten weite Handelsreisen. Sie gelangten sogar bis nach Konstantinopel (heutiges Istanbul).

     

Wie lebten die Wikinger?

Die Wikinger lebten in einem Verbund kleiner Gemeinschaften unter der Führung eines Häuptlings. Die Wikingergesellschaft war in drei Klassen unterteilt:

  • Jarls, die Häuptlinge und Edeleute                 

  • Karls, die Freien                  

  • Thralls, die Sklaven

  

Waren die Männer auf Entdeckungs- oder Eroberungsfahrten, kümmerten sich die Frauen um Haus und Hof. Frauen durften sowohl Land, als auch Güter ihr Eigen nennen. Auch nach einer Heirat durften sie hierüber allein verfügen.

Wikinger waren Bauern. Sie ernährten sich vor allem von den Erträgen ihres Landes. Sie bauten Gerste, Hafer, Weizen, Gemüse und Früchte an.

Man wohnte, aß und schlief mit der ganzen Familie in einem so genannten Langhaus. Es bestand aus einem einzigen großen Raum. Eine Feuerstelle diente zum Kochen und als Heizung.

  

Da Nordskandinavien nicht ideal für den Ackerbau war, wurden hier Walrosse, Robben und Wale gejagt. Aus Walknochen schnitzte man Waffen, Werkzeuge und Haushaltsgegenstände. Der Tran wurde als Lampenöl verwendet.

Ihre Freizeit nutzten die Männer um beim Ringen, Schwimmen oder Ruderrennen zu zeigen, was für harte Kerle sie waren. Diese Wettkämpfe waren ein gutes Training für die nächste Eroberungsfahrt. Nach solchen Kämpfen wurde zünftig gefeiert. Ihr geliebtes Bier tranken die Männer dabei aus ausgehöhlten Rinderhörnern.

Auch Brettspiele gab es schon. Eines der beliebtesten hieß Hnefatafl, eine Art Schachspiel. An langen Winterabenden versammelte man sich um die Feuerstelle, um den Erzählungen der Heldentaten der ruhmreichen Ahnen zu lauschen.

Diese Sagen beruhen auf wahren Begebenheiten und wurden bis ins 13. Jhd. mündlich überliefert. Erst viel später wurden sie zu Papier gebracht, da Wikinger fast alle nicht lesen oder schreiben konnten.

 

Es gab aber eine Runenschrift namens Futhark. Sie wurde auf Holz, Knochen oder Stein geschrieben.

   

Wikingerkinder kannten keine Schule, sie mussten zu Hause bleiben und bei der Haus- und Hofarbeit helfen. In ihrer Freizeit lernten die Jungen das Kämpfen mit Holzschwertern und die Mädchen spielten mit Puppen.

Die Kleidung der Wikinger

Wikingerfrauen trugen knöchellange Kleider mit einer Schürze darüber. Ihre Haare waren meist zu einem Zopf oder Knoten geflochten. Verheiratete Frauen trugen für gewöhnlich ein Kopftuch.

Die Männer trugen eine Hose und ein Unterhemd. Darüber eine Tunika mit einem Gürtel. Wikingermänner hatten die Haare meist schulterlang. Zudem trugen sie lange Bärte, die sie gerne zu Zöpfen flochten. Zum Schutz vor Kälte, trug man dicke Wollumhänge oder Felle.

Wusstet ihr, dass die Wikinger sogar schon Bügelbretter besaßen? Das stimmt wirklich, um ihre Kleidung zu glätten, wurde sie auf ein flaches Brett gespannt und mit einer Glaskugel „gebügelt".

   

Die Götter der Wikinger

Thor war der Lieblingsgott der Wikinger, sein Symbol – der Hammer – gilt auch heute noch für viele als Glücksbringer.

Die Wikinger glaubten, dass ihre Götter genau wie sie selbst in einer Gemeinschaft lebten. Ihr Häuptling hieß Odin – der Gott des Krieges, der Weisheit und der Dichtung. Sein Weib Frigg war die Göttin des Heims, sein Sohn Thor der Gott des Donners.

Dann gab es noch Freyja, die Göttin der Liebe, der Schlacht und des Todes. Ihr Bruder Freyr war der Gott des Ackerbaus.

Die Wikinger glaubten, dass ihre Götter mit Streitwagen durch den Himmel fuhren. Sleipnir – Odins  Ross – hatte Überlieferungen zur Folge, acht Beine. Wikinger glaubten auch an Riesen und Trolle.

     

Das Wikingerbegräbins

Wikinger glaubten, dass das Leben im Jenseits genau so ist, wie auf der Erde. Deshalb wurden sie mit ihrem kostbarsten Besitz, besten Kleidern und viel Proviant bestattet.

Ein Häuptling wurde z.B. mit sechs Hunden, zwölf Pferden und einem Pfau begraben, oder man bestattete sie in Langschiffen. Das Todesschiff wurde dann angezündet und sie sollten damit ins Jenseits segeln.....

In Norwegen wurde im Jahre 1903 das Grab einer Häuptlingsfrau entdeckt. Sie lag mit ihren Zofen auf einem Schiff, dass man mit prächtigen Wagen, Schlitten, Möbeln, Wandteppichen und Haushaltsgegenständen ausgestattet und begraben hatte.

Krieger wollten unbedingt einen Heldentod sterben, da sie glaubten, dass sie dann nach Walhalla in Odins Haus kämen, wo die Tage mit Kämpfen und die Nächte mit Feiern verbracht wurden....